Tod und tote Körper
Finanziert von der
Volkswagen-Stiftung


 

20.-21.06.2013  
„Transplantation – Transmortalität – Transparenz .
Begriffs- und bildkritische Analysen aktueller Aufklärungskampagnen zur Organspende“ - Workshop
   

Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt

Nordhäuser Str. 74, 99089 Erfurt

 Inhalt und Zielsetzung des Workshops

Im Sommer 2012 wurde in Deutschland ein neues Transplantationsgesetz verabschiedet mit dem politischen Ziel, die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Die seitdem geltende sogenannte „Entscheidungslösung“ sieht nicht nur vor, die Bürger umfassend über Ablauf und Organisation der Organspende zu informieren, sondern sie auch regelmäßig dazu aufzufordern, ihre Haltung zur Organspende zu dokumentieren. Welche Institutionen das Informationsmaterial, die Broschüren, Flyer und Filme erarbeiten und nach welchen Maßgaben sie die Materialien jeweils gestalten sollen, war bislang kein Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Eine solche Diskussion sollte aus unserer Ansicht allerdings geführt werden, weil die Legitimität der „Entscheidungslösung“ wesentlich davon abhängt, dass sich die Bürgerinnen und Bürgern angemessen informieren können, damit es ihnen möglich ist, eine begründete, selbstbestimmte Entscheidung zu treffen. Die bundesweiten Kampagnen, die im Vorfeld der Gesetzesänderung des TPG gestartet wurden, und die aktuell verwendeten Informationsbroschüren und -unterlagen erfüllen nämlich in großen Teilen nicht die Ansprüche, die an eine angemessene, ausgewogene Informationsvermittlung zu richten sind. Die Frage nach angemessener Information und Aufklärung ist vor allem in Anbetracht des Vertrauensverlustes, der durch die jüngsten Skandale eingetreten ist, brisant.

 Ausgehend von dieser Diagnose will der Workshop die Frage diskutieren, was die in der öffentlichen Diskussion aufgerichteten Schlagworte „Transparenz“, „Information“ und „Aufklärung“ im Kontext der Organspendedebatte überhaupt bedeuten können und wie ihnen sinnvoll entsprochen werden könnte. Dieses Vorhaben folgt einem Aufklärungs- und Rationalitätsbegriff, der sich nicht allein auf sprachliche, sondern auch auf visuelle Darstellungen anwenden lässt, und der auch unter den aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen unterschiedlicher kultureller, religiöser oder individueller Vorstellungen der Lebensführung verwendet werden kann.

  In gemeinsamer Arbeit soll in dem Workshop deshalb 

  1. anhand ausgewählter Beispiele eine kritische Begriffs- und Bildanalyse insbesondere der eingesetzten ästhetischen Mittel durchgeführt werden, um bestimmen zu können, auf welche Weise jeweils bestimmte Vorstellungen und Meinungen vermittelt werden. Ferner
  2. sollen die konkreten Inhalte benannt werden, die in diesem Zusammenhang dominieren. Dabei ist die Hypothese zu prüfen, dass neben Bezügen auf moralische Werte (wie Nächstenliebe, Spende, Lebensrettung, Mitleid) zunehmend das Motiv des partiellen, leiblich-körperlichen „Weiterlebens“ oder „Weiterwirkens“ nach dem Tod, kurz: das Motiv der „Transmortalität“ tritt und spirituelle, religiöse und quasireligiöse Gehalte einfließen. Und schließlich
  3. stellt sich die Frage, wie bestehende wissenschaftliche, politische und moralphilosophische Kontroversen in die öffentliche Diskussion integriert werden könnten: Wie lassen sich die aktuell eintretenden Verunsicherungen durch die Intransparenz und den Missbrauch der Verteilungsverfahren angemessen öffentlich diskutieren? Wie können die erneut aufbrechende Diskussion des Hirntodkriteriums und die Fragen, die im Zusammenhang der Hirntoddiagnostik auftreten, öffentlich bearbeitet werden? In welchem Verhältnis stehen Aufklärungskampagnen zu dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung?

Ein Ziel dieser Diskussion sollte es sein, einen gehaltvollen und kritischen Aufklärungsbegriff zu skizzieren, der auch für aktuelle rechtsethische und moralphilosophische Reflexionen anschlussfähig ist und einen Beitrag zur Orientierung der öffentlichen Diskussion leisten kann.

     
11.-12.04.2013   „Menschlicher Tod, pragmatistisch verstanden“ - Workshop 
   

  Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt

Nordhäuser Str. 74, 99089 Erfurt

 Inhalt und Zielsetzung des Workshops

 Viele aktuelle Theorien des Todes der Gegenwart legen ihren Konzeptionen ein biologisch-naturwissenschaftliches Verständnis des Todes zu Grunde, das den Tod primär als das „irreversible Ende eines bestimmten Organismus“ begreift. Doch wenn es um Fragen und ethische Probleme des menschlichen Todes geht, erweist sich die Bestimmung des Todes als Ende eines Organismus als verkürzend: Denn mit dieser Bestimmung ist der Begriff des Todes individualistisch und naturalistisch angelegt. Das menschliche Leben aber zeichnet sich dadurch aus, dass es in Gemeinschaft mit anderen in einem kulturellen Zusammenhang geführt wird. Sachverhalte und Phänomene erhalten für das menschliche Leben erst dadurch eine Bedeutung, dass Menschen in interpersonalen – sprachlich-kommunikativen und leiblichen – Verhältnissen leben, über die sie sich in Symbolsystemen verständigen können.

Freilich ist auch in der menschlichen Gemeinschaft der Tod begrifflich als das Ende des Lebens zu bestimmen, aber er beendet nicht allein die biologische Lebendigkeit von Organismen, sondern eben immer auch die konkreten sozialen Beziehungen, in denen das menschliche Leben jeweils steht. Diese soziale Dimension des menschlichen Lebens und die davon geprägten Bedeutungen wurden insbesondere in den Theorien des klassischen Pragmatismus (Peirce, James, Dewey) herausgearbeitet. In der gegenwärtigen philosophischen und soziologischen Thanatologie sowie in der thanatologischen Ethik finden sich explizite Rückgriffe auf diese Tradition. Im Workshop soll sich über den Stand dieser aktuellen Auseinandersetzung verständigt und aus verschiedenen Perspektiven des klassischen Pragmatismus und seiner Fortentwicklung gefragt werden, welchen Beitrag man auf dieser Grundlage zu den zentralen Fragen, die gegenwärtig in der philosophischen Thanatologie diskutiert werden, leisten kann.

     
30. 11. 2012
  "Religion und Autopsie" - Internationale Tagung
   

UniversitätsSpital Zürich, Grosser Hörsaal, NORD 1 D,

Frauenklinikstrasse 10, 8091 Zürich

Am 30. November 2012 veranstaltet das Kompetenzzentrum Medizin–Ethik–Recht Helvetiae (MERH) in Zusammenarbeit mit dem Departement Pathologie des UniversitätsSpitals Zürich, dem Lehrstuhl Frau Prof. Dr. iur. utr. Brigitte Tag für Strafrecht, Strafprozessrecht und Medizinrecht sowie dem Doktoratsprogramm „Biomedical Ethics and Law“ (PhD „BmEL“) eine Tagung zum Thema „Autopsie und Religion“.

Die Autopsie wird in verschiedenen Glaubensrichtungen als „Verstümmelung“ des Leichnams angesehen. In der Medizinischen Praxis kollidiert die Durchführung einer Autopsie daher in vielen Fällen mit den verschiedensten Religionsanschauungen. Das Aufklärungs­recht und die Aufklärungspflicht der Behörden hinsichtlich ungeklärter Todesfälle steht somit dem Recht auf Religionsfreiheit gegenüber.

Referenten aus den Fachdisziplinen Medizin, Rechtswissenschaften, Ethik sowie der 5 Weltreligionen werden beleuchten, wie rechtliche und medizinische Vorschriften und Handlungsweisen unter Einbeziehung der Ethik bei Autopsien an die verschiedenen religiösen Bestimmungen angenähert werden können oder auch anzunähern sind, um eine allfällige Persönlichkeitsverletzung oder eine Störung des Totenfriedens zu vermeiden.

Die Tagung wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin mit 7 Credits sowie von der Schweizerischen Gesellschaft für Pathologie mit 6 Credits als Kernfortbildung anerkannt. Für andere medizinische Fachbereiche erfolgt eine Anerkennung als „Erweiterte Fortbildung“.

Weitere Informationen hier.

     
1. - 5.10.2012  

“Diversity and Cohesion: Challenges of Increasing Social Complexity” - Ad Hoc Group

   


36th Congress of the German Society for Sociology,

in Bochum and Dortmund

--> Download CfP as .pdf-file
   

The ad hoc group will address questions regarding the diversity of death and dying from various international perspectives. Social practice concerning death and dying has undergone major transformations in recent years and decades. Death, often a predictable event at a high age, occurs in hospitals, retirement homes or hospices i.e. death is being ‘outsourced’ to institutions which determine processes and procedures. However, this standardization is accompanied by a diversity of new phenomena, which indicate an individualization of death and dying, ranging from euthanasia and patient decrees to memorial websites and natural burials. The new diversity shows that the influence of social norms is declining and society as a whole does not unanimously share the attribution of sense. At the same time however, taken aback by the death of one of its members, a community calls for norms to stabilize itself. With regard to these transformations, we ask how social cohesion is maintained in spite of increasing diversity. How can death be integrated in a pluralistic society? Furthermore, how can the autonomous act of a decision present a problem? How can life considered to be meaningful facing alternating conditions? And which new forms of cohesion are developing in the course of this process? We would like the participants of the ad hoc group to follow these questions. We also welcome papers with international perspectives.


     
6.-7.10.2011   "Der Tod als Problem der praktischen Philosophie" - Tagung des Teilprojekts Philosophie
    

Das philosophische Teilprojekt des Forschungsvorhabens "Tod und toter Körper" veranstaltet im Oktober diesen Jahres an der Universität Marburg einen Workshop unter dem oben genannten Titel. Der Schwerpunkt des Workshops liegt (1) in der Frage, welche spezifischen Bedeutungen der Begriff und das Wissen um das Faktum des Todes und des toten Körpers aus der Perspektive der sog. „ersten“ bzw. „zweiten“ Person annehmen. Damit verbunden sind die Fragen, wie (2) der „personale Tod“ begrifflich angemessen zu fassen ist, welche Rolle (3) dabei der Leiblichkeit des Menschen zugeschrieben werden muss, und (4) welche konkreten normativen Ansprüche sich auf dieser Grundlage formulieren und begründen lassen. Weitere Informationen finden Sie in der Ankündigung als PDF-Datei.


 

 

 
 
13.09.2011   Symposium: Tod im Gefängnis
   

Am 13. September 2011 wird an der Universität Zürich durch das Kompetenzzentrum MERH in Zusammenarbeit mit der VW-Stiftung, Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften, «Tod und toter Körper» sowie der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg, ein Symposium veranstaltet werden, das sich dem Thema «Tod im Gefängnis» widmet.

Die rechtlich-medizinischen Vorgaben zu diesem Themenbereich sind bislang erst wenig untersucht worden. Insbesondere werden die Todesstrafe, der Hungerstreik im Gefängnis, der Suizid und der «normale» Tod im Gefängnis näher beleuchtet. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Klärung der Frage, wie mit der Leiche des ehemals Gefangenen umgegangen wird.

Das Symposium betrachtet diese Themen aus einem interdisziplinären Blickwinkel. Wir freuen uns über Ihr Interesse und auf Ihre Teilnahme. Weiter Informationen unter folgender Website. Das Faltblatt zur Tagung können sie hier herunterladen.

   

  

 

01.10.2010     

Experten-Workshop: "who wants to live forever? - Postmoderne Formen des Weiterwirkens nach dem Tod

   

Das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der RWTH Aachen veranstaltete am 1.10.2010 einen Experten-Workshop, der sich in verschiedenen thematischen Blöcken mit aktuellen Veränderungen bzgl. des Weiterwirkens nach dem Tod beschäftigte. Den Bericht zur Tagung finden Sie hier als PDF.

   

 

 

13.-14.01.2010  

"Tod und toter Körper - Ein internationaler und interdisziplinärer Blick auf die Sektion" - Symposium im Rahmen des Forschungsprojekts an der ETH Zürich

   

Das Symposium beschäftigte sich insbesondere mit den Veränderungen des Umganges mit dem Tod  in der gegenwärtigen Gesellschaft im Allgemeinen und am Beispiel der klinischen Sektion. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass sich der gesellschaftliche Umgang mit dem Tod und seine Bedeutung in der modernen Kultur grundlegend ändern. Neben Trauerformen wurde unter anderem auch der dramatische Wandel, den es bei den Bestattungsformen zu beobachten gibt, thematisiert.

Abstracts der gehaltenen Vorträge finden Sie hier als PDF-Download.

   

 

 

27.11.2009  

"Annäherung an den Tod: Sterbeprozesse" - Interdisziplinärer Workshop - gefördert durch die Fritz-Thyssen-Stiftung

   

Am 27.11.2009 fand am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik in der Medizin an der RWTH Aachen eine interdisziplinäre Veranstaltung mit dem Titel "Annäherungen an den Tod: Sterbeprozesse" statt. Der Workshop leistete einen Beitrag zur akutellen Debatte um das Lebensende. Ausgangspunkte dafür waren die Phänomene Sterben und Tod - zwei Begriffe, die eine existentielle Daseinsveränderung einrahmen.

Weitere Informationen finden sich auf der Website des Instituts.

   

 

 

14.-15.07.2009

 

Projekttagung "Tod und Sektion" in der Technischen Universität Berlin

 

 

Die Auftakttagung des Forschungsvorhabens gab einen Überblick über das Themenfeld der klinischen Sektion und benachbarter Themen im Kontext von Tod und Sterben aus Perspektive der beteiligten und angrenzender Disziplinen. Sie untergliederte sich in einen öffentlichen mit Expertenvorträgen und einer Podiumsdiskussion und einen internen Teil, in dessen Rahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Forschungsvorhaben und bisherigen Erkenntnisse vorstellten und diskutierten.

Weitere Informationen zur Tagung bieten die folgenden Materialien:

Tagungsprogramm und Ankündigung: Faltblatt (A4-PDF) / Poster (A4-PDF) / Ankündigungstext (PDF)

Tagungsbericht des internen Teils: PDF

Bericht der Podiumsdiskussion mit Dieter Birnbacher, Andrea Esser, Dominik Groß, Brigitte Tag, Michael Tsokos und Ulrike Vedder (Moderation: Hubert Knoblauch): PDF

Tagungsbericht des öffentlichen Teils (Expertenvorträge): PDF

   

 

 

15.-16.01.2009

 

"Die dienstbare Leiche: Der tote Körper als medizinische, soziokulturelle und ökonomische Ressource" - Workshop des Aachener Kompetenzzentrums für Wissenschaftsgeschichte in Zusammenarbeit mit den RWTH-Foren

   

Vom 15.-16. Januar fand in Aachen unter dem genannten Titel ein "Kick off Workshop" statt. Den Reader mit weiteren Informationen und Abstrats zu den einzelnen Themenblöcken der Tagungen können sie hier als PDF herunterladen.

 
 

Universität Marburg Universität Zürich TU Berlin  Universitätsklinikum Aachen