Tod und tote Körper
Finanziert von der
Volkswagen-Stiftung

Teilprojekt I: Die Philosophie in der Funktion einer kritisch-rekonstruktiven und kritisch-normativen Reflexion
(verantwortliche Leiterin Prof. Dr. Andrea Esser)


(a) Allgemeine Fragestellung

Die Überzeugung, dass bereits der Untersuchungsgegenstand – „der Tod“ – nicht als „gegeben“ vorliegt, sondern das Produkt von (im Rahmen der jeweiligen wissenschaftlichen Untersuchungsperspektive zu begründenden) getroffenen Unterscheidungen, Verfahren und Methoden ist, bildet den gemeinsamen Ausgangspunkt des Projektverbundes und erzwingt die reflexive und kritische Bezugnahme nicht nur der einzelnen Teilprojekte auf ihren Untersuchungsgegenstand, sondern auch auf diese Ausgangshypothese des Gesamtprojektes selbst.


(b) Gegenstand der Untersuchung

Der Untersuchungsgegenstand des philosophischen Teilprojektes liegt zum einen in der (U1) zeichenphilosophischen Rekonstruktion der jeweils in den Einzelwissenschaften wirksamen „Interpretanten“ und damit zusammenhängend der Bedeutungen, die aus den zu Zeichen des Todes bestimmten Darstellungen gewonnen werden können.

Zum anderen wird sich das Teilprojekt auch (U2) auf die einschlägige Forschungsliteratur der Gegenwart (Aktuelle Diskussion in der Medizinethik und Thanatologie) und der Tradition beziehen, sofern  diese sich mit dem Status des toten Körpers beschäftigt. Auf der Grundlage der bereits geleisteten Vorarbeiten im Gebiet der Ethik und Tugendethik (Esser 2004) soll im Teilprojekt eine Konzeption des praktischen Selbstverhältnisses entwickelt und in ein Konzept Angewandter Ethik integriert werden, das nicht von Werten oder feststehenden Normen ausgeht, sondern Orientierungen der Praxis in einem prozessualen Verständnis von Ethik gewinnt (U3). Den vierten Untersuchungsgegenstand bilden das spezielle Verhältnis der Person zum toten Körper (U4) und die jeweiligen Interdependenzen mit dem personalen Selbstverhältnis bzw. mit den Folgen bestimmter Gestalten des Verhältnisses zum toten Körper für das personale Selbstverhältnis.

 

Projektleitung: Prof. Dr. Andrea Esser

 

Mitarbeiter:

Daniel Kersting (wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Christoph G.W. Schäfer (studentische Hilfskraft)

 

 

ehemalige Mitarbeiterin:

M.A. Maja Schepelmann

 

Kontakt:

Philipps-Universität Marburg
Institut für Philosophie
Wilhelm Röpke Str. 6c
35032 Marburg
 

Sekretariat: + 49 (0) 6421 284406

 


 

Universität Marburg Universität Zürich TU Berlin  Universitätsklinikum Aachen